Soeren Rabethge | systemische Therapie (SG)

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Wie jeder Slogan trifft WOZU-statt-WARUM schnell auf Grenzen. In einer schmerzhaften, verletztenden Situation ein WARUM zu suchen, ist das Normalste der Welt. Die Fragen formulieren dann eine Anklage, wollen die Schuld und den oder die Schuldigen finden. Das ist gut so. Denn es entlastet und vereinfacht. Im besten Fall bringt es den Blick weg von dem eigenen Beitrag zur entstandenen Misere. Dann lassen sich vermeintlich klare Du-Botschaften formulieren. Dann sind grundlegende Entscheidungen möglich. Man verstrickt sich nicht so schnell in Widersprüche…

Oder aber – autoaggressiv gelöst – ist das WARUM ein guter Ansatz, alle Schuld in sich zu finden. “WARUM nur habe ich…?” Auch in diesem Fall sind Handeln und Entscheidungen möglich. Allerdings: Entscheidungen und Handeln der anderen, denen man nicht mehr im Wege steht mit den eigenen Interessen und Bedürfnissen.

Anders sieht es aus, wenn es darum geht, für sich etwas Neues aufzubauen, um aus Teufelskreisen und Sackgassen herauszukommen. Auch dann kann ein WARUM nützlich sein. Unermüdliche hoffen ja immer noch, daß wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. In dem in langen Jahren zusammengetragenen WARUM kann man sich aber auch leicht “verlaufen”.

“Warum” ist die Frage nach einem Verstehen in der Vergangenheit, sehr oft die Frage nach der Schuld. “Wozu” weist in die Zukunft, will wissen, mit welchem Ziel wir unsere Aufmerksamkeit auf etwas lenken.